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Stadt- und Regionalentwicklung im Globalen Süden

Die Einbindung in die wirtschaftliche Globalisierung, wirtschaftliches Wachstum, natürliches Bevölkerungswachstum, Migrationsbewegungen sowie unterschiedliche Prozesse des gesellschaftlichen Wandels aber auch naturräumliche Veränderungen stellen die Stadt- und Regionalentwicklung im Globalen Süden gegenwärtig vor große Herausforderungen.Empirische Forschungen an der Schnittstelle Mensch-Umwelt können hier einen wichtigen Beitrag zu einem besseren Verständnis dieser Entwicklungen leisten. 
Sowohl im städtischen als auch ländlichen Raum des Globalen Südens kommt es gerade in jüngerer Zeit zu dynamischen Landnutzungsveränderungen, die i.d.R. mit vielschichtigen gesellschaftlichen und ökologischen Folgen verbunden sind und nicht selten mit Landnutzungskonflikten einhergehen.

Unsere Forschungen konzentrieren sich in diesem Zusammenhang auf drei Bereiche: 

•    Landnutzungswandel und Landnutzungskonflikte in agrarisch-ländlich geprägten Räumen, 

•    Urbanes Grün, Umweltschutz und Stadtentwicklung,

•    Auswirkungen wirtschaftlicher Vernetzungen auf Stadt- und Regionalentwicklung 

Landnutzungswandel und Landnutzungskonflikte 

In agrarisch-ländlich geprägten Regionen sind dynamische Landnutzungsveränderungen insbesondere zurückzuführen auf ein gestiegenes Interesse unterschiedlicher Akteure an der Ressource Land ausgelöst z.B. durch die weltweit gestiegene Nachfrage nach Rohstoffen (u.a. Energiepflanzen),  weltweit steigenden Lebensmittelpreisen und vermehrt globalagierenden Investoren im Agrarsektor. Während kritische Stimmen von „land grabbing“ oder „Neokolonialismus“ sprechen, betonen die Befürworter die positiven Auswirkungen der Investitionen in Landwirtschaft und Agrarindustrie im Globalen Süden. Sei es beim großflächigen Anbau von Energiepflanzen, der Viehzucht oder dem Anbau von Obst- und Gemüse für den Export, ein besseres Verständnis dieser Prozesse ist für eine ökonomisch, sozial und ökologisch nachhaltige Regionalentwicklung von großer Bedeutung. 

Die Forschungen unserer Arbeitsgruppe widmen sich in diesem Kontext neben der Einbindung in die globalen Wertschöpfungsketten auch Fragen lokaler oder regionaler Konflikte zwischen Ökologie, Tourismus und Landwirtschaft z.B. in den Randgebieten großer Nationalparks in Subsahara-Afrika. Auch hier stehen Fragen der Umweltgovernance und des Umweltmanagements im Vordergrund unseres Interesses. 

Urbanes Grün, Umweltschutz und Stadtentwicklung

Besonders in den Städten des Globalen Südens kommt es im Zuge des Wachstums und raum-strukturellen Veränderungen (Verdichtung, Suburbanisierungstendenzen, etc.) zu dynamischen Landnutzungsveränderungen. Vormals scheinbar „vergessene“ Landreserven einschließlich bestehender Grün- und Freiflächen rücken ins Blickfeld der Stadtentwicklung. Obwohl diese verbliebenen „naturnahen“ Räume mit ihren vielfältigen Ökosystemdienstleistungen (Frischluftversorgung, Reduzierung der urbanen Wärmeinsel, Grundwasserneubildung) sowie vielseitigen gesellschaftlichen Funktionen (Naherholungs- und Begegnungsraum, Nahrungsmittelproduktion) einen wichtigen Beitrag zu einer ökologisch und sozial nachhaltigen Stadtentwicklung leisten, ist ihr Erhalt häufig durch den raumgreifenden Ausbau moderner Verkehrsinfrastruktur sowie städtebaulicher (Groß-)Projekte gefährdet (vgl. Follmann 2014; Dannenberg & Follmann 2015). Im Vordergrund unserer Arbeiten steht hier ein besseres Verständnis der Aushandlungsprozesse um urbanes Grün in dynamisch-wachsenden urbanen Agglomerationen (insbesondere Megastädten) und die damit verbundenen Werte und Vorstellungen der unterschiedlichen Akteure.

Aufbauend auf eigenen Forschungen zur urbanen Umweltgovernance am Beispiel der Flussaue der Yamuna in Delhi, Indien (vgl. Follmann 2014, Follmann 2014, Follmann & Trumpp 2013) sowie zu partizipativen Ansätzen in der Schaffung und Gestaltung von urbanen Grünflächen am Beispiel des Urban Gardening in Deutschland (vgl. Follmann & Viehoff 2014) widmen wir uns der Bedeutung, Schaffung und der Erhaltung urbaner Grün- und Freiflächenflächen und ihrem Beitrag im Hinblick auf eine nachhaltige Stadtentwicklung (v.a. Indien, Subsahara-Afrika). 

Auswirkungen wirtschaftlicher Vernetzungen auf Stadt- und Regionalentwicklung

Im städtischen Kontext befassen wir uns weiterhin mit den zunehmend an Bedeutung gewinnenden Süd-Süd-Vernetzungen wie etwa der Expansion südafrikanischer Einzelhandelsketten in Sub-Sahara Afrika (vgl. Krone 2013 & Dannenberg) sowie dem aktuell massiv steigenden wirtschaftlichen Engagement Chinas in Afrika (vgl.  Dannenberg, Kim & Schiller 2013).

 

Eine Auswahl unserer Drittmittelprojekte der letzten Jahre finden Sie hier.