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Europäische Stadt- und Regionalentwicklung

Ein dritter Schwerpunkt der Forschung der Arbeitsgruppe liegt im Bereich der europäischen Stadt- und Regionalentwicklung. Den theoretischen Zugang bildeten hierbei u.a. Ansätze zu regionalen Innovationssystemen, Creative Class und Clustern. 

Am Beispiel des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Berlin-Adlershof hat sich gezeigt wieviel Zeit die angestrebte Vernetzungen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und lokalem Arbeitsmarkt in einem künstlich geschaffenen Milieu braucht und welche langfristigen Chancen und  Herausforderungen bei der Förderung entstehen können (Dannenberg & Suwala 2009; Suwala & Dannenberg 2009). Abgeschlossene Forschungen  konnten zudem darlegen, wie in Europa auch in ländlich-agrarisch geprägten Regionen wirtschaftliche Vernetzungen entstehen können, die stabilisierend auf strukturschwache Regionen ehemaliger Transformationsländer wirken. Dies ermöglicht die Ableitung politischer Handlungsempfehlungen (vgl. z.B. Dannenberg, Lehmann & Lang 2010; Dannenberg 2007; Dannenberg & Kulke 2005; Dannenberg & Kinder 2004).

Unsere aktuellen Forschungen beschäftigen sich insbesondere mit Entwicklungen und Auswirkungen in von Strukturwandel und Deindustrialisierung gekennzeichneten urbanen Räumen (v.a. Berlin; vgl. Dannenberg 2013). Im Vordergrund unseres Interesses stehen hier Perspektiven für Metropolen etwa durch kulturelles Erbe und neu entstandene „cultural properties“ wie Subkulturen und urbanes Flair. Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist der Konflikt wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Belange im Bereich wirtschaftlicher „Inwertsetzung“ bisher weniger genutzter Flächen wie z.B. dem als Mediaspree bekannten Entwicklungsgebiets in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg (vgl. z.B. Dannenberg 2013; Dannenberg & Makki 2013; Dannenberg & Zakirova 2009;  Dannenberg & Follmann 2015).

Ein weiterer Fokus unserer Forschung ist im Bereich der Geographischen Handelsforschung angesiedelt. Konkret untersuchen wir hier die räumlichen Auswirkungen des Online-Lebensmitteleinzelhandels in Deutschland, der seit einigen Jahren eine zunehmende Dynamik aufweist. Wenngleich der E-Commerce maßgeblich durch Non-Food-Produkte dominiert wird,  entwickelt sich der Internet-Handel mit (frischen) Lebensmitteln allmählich aus seiner Nischenposition heraus zu einem massentauglichen Phänomen, wie es in einigen europäischen Ländern wie Großbritannien oder Frankreich längst geschehen ist. Die daraus resultierenden räumlichen Effekte auf den stationären Lebensmitteleinzelhandel betreffen sowohl urbane wie auch ländliche Räume und beeinflussen Filial-, Lager- sowie Distributionsstrukturen der Unternehmen. Dies stellt aber auch die Stadtentwicklung und City-Logistik künftig vor neue Herausforderungen.

Des Weiteren analysieren wir dabei die auslösenden Faktoren des Übergangs von einem Nischenmarkt zu einer neuen Marktform unter Berücksichtigung der in den Transition Studiesverankerten Theorien und Rahmenbedingungen. Vor diesem Hintergrund – und im Hinblick auf die Entwicklungen eines fortschreitenden Betriebsformenwandels im Einzelhandel – gilt es zu untersuchen, ob sich der Online-Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland inzwischen als eine neue Betriebsform oder eine Weiterentwicklung bestehender Betriebstypen darstellt (vgl. z.B.  Dannenberg & Franz 2014; Kulke 2008). 

 

Eine Auswahl unserer Drittmittelprojekte der letzten Jahre finden Sie hier.