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Regional agility in the wake of crisis: towards a new growth model in the Greater Pearl River Delta?

Project leaders:

Contact Person:

  • Marie Pahl (Universität zu Köln)
  • Pamela Hartmann (Universität zu Köln)

Project duration: 2011 - 2013

Kölner Schwerpunkt

Vor dem Hintergrund der Sozial- und Stadtgeographie befasst sich das Kölner Team mit hochqualifizierten chinesischen Rückkehrern von Übersee nach China.

Hochqualifizierte Fachkräfte, welche für Modernisierungsprozesse benötigt werden, wurden an Universitäten ausgebildet und haben oft im Ausland einen Abschluss erhalten oder zumindest Teile ihrer Karriere außerhalb Chinas verbracht. Dieses Phänomen wurde 2006 im Buch der Academic Arena by Saxenian’s bekannt gemacht. Die Geschäftspraktiken der sogenannten „New Argonauts“, der neuen Goldgräber, und der damit verbundene Wissensaustausch wurden zu einem wichtigen Merkmal der Verknüpfung weltweit führender Unternehmen und Regionen mit chinesischen Produktionsstandorten. Diese Verbindungen auf persönlicher – und somit informeller – Ebene haben zu einer beschleunigten Modernisierung einiger Unternehmen in den Entwicklungsländern geführt.

Das Projekt befasst sich mit der Relevanz von international erworbenen Fähigkeiten und internationalen, persönlichen Netzwerken für die Modernisierungsprozesse nach der Krise 2008 im Perlflussdeltas. Unter Einbeziehung unterschiedlich aufgestellter Unternehmen aus dem elektronischen Bereich ist das Ziel des Projekts die Beobachtung des Grads der Internationalisierung der Wirtschaft im Perlflussdelta.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den kulturellen Re-integrationsprozessen der zurückgekehrten Chinesen in die chinesische Gesellschaft. Angesichts der steigenden Anzahl von chinesischen Rückkehrern ist es wichtig, die Auswirkungen auf die Stadtentwicklung und die möglicherweise aus zunehmender Segregation entstehenden Probleme zu betrachten, um diesen gezielt entgegenwirken zu können. Die Forschung untersucht, wie sich Remigranten in Guangzhou wieder an die chinesische Kultur und Gesellschaft anpassen, nachdem sie Teile ihres Lebens mit einer fremden Kultur verbracht haben. Folglich wird auch der Zusammenhang zwischen typischen Mustern bei der Wahl des Wohnortes und den Prozessen der Reintegration untersucht.

Der Fragestellung folgt die Durchführung einer großangelegten Mitarbeiterbefragung in Dongguan und Guangzhou, die speziell auf die Gruppe der Hochqualifizierten abzielt.
Die Auswirkungen der Remigration auf die Entwicklung im Perlflussdelta werden in semi-standardisierten Fragebögen adressiert mit einer Kombination aus durchstrukturierten und offenen Fragen. Eine Probe von 100 hochqualifizierten Mitarbeitern wird aus beiden genannten Forschungsregionen ausgewählt. Diese Umfrage wird durch ausführliche Interviews mit verschiedenen Akteuren ergänzt. Eine Untersuchungsphase findet von Oktober bis Dezember 2011 statt. Die Hauptphase der Datenerhebung wird im Frühjahr 2012 beginnen.

Das Kölner Projekt ist eingebettet in einen Verbund von Teilprojekten mit unterschiedlicher Reichweite unter der Schirmherrschaft des DFG-geförderten Projekts „Megacities – Megachallenge: Informal Dynamics of Global Change“. 

Zusammenfassung aller Projektphasen

Während der ersten beiden Phasen des Hauptprojekts konzentrierte man sich auf Interdependenzen zwischen Informalität und der Flexibilität und somit Agilität von festen Organisationen sowie die Rolle der Informalität bei der Modernisierung und Innovation in der Region des Perlflussdelta.

In der dritten Phase wird das Team die langfristigen strukturellen Auswirkungen der Krise von 2008 auf die treibenden Kräfte des Wachstums im Perflussdelta untersuchen, die zuvor aus den Ergebnissen der ersten und zweiten Phase abgeleitet und konsolidiert wurden.
Die wichtigsten Forschungsziele sind, festzustellen, (i) ob und inwieweit die Agilität von Firmen und der Region selbst in der Krise erhalten blieben und (ii) welche Art von krisenbedingten strukturellen Anpassungen die Determinanten des Wachstums im Perlflussdelta beeinflussen. Vier Faktoren wurden in den ersten Phasen als entscheidend für den zukünftigen Erfolg der Region identifiziert: der Unternehmenssektor, vor allem ausländische und inländische private Unternehmen in der Elektro-Industrie; die Entstehung von Bildungskapital, insbesondere durch Hochschulabsolventen; die Regierung und das damit verbundene institutionelle Umfeld; sowie die Dynamik globalen Handels und globaler Investitionen.