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Private Flussverschalung & Krebssperren

Als Beispiel für anthropogener Eingriffe am Flehbach, welche die Verbesserung der ökologischen Situation  als Ziel haben, lassen sich Krebspserren nennen. Sie dienen als Wanderbarriere im Gewässerbett gegen nicht einheimische Flusskrebse. Dabei wird ein, für Krebse unpassierbares Profilblech, quer zum Strömung eingebaut und die Seitenbereiche (Böschungen) glatt gestaltet sein. Sie wurden zum Schutz der heimischen Krebsarten, Steinkrebs und Edelkrebs, errichtet.

 

Die Ausbreitung amerikanischer Flusskrebsarten und der von ihr ausgehenden Krebspest reduziert das ansässige Flusskrebsvorkommen.

Ein weiteres Beispiel für anthropogene Eingriffe bildet die private Flussverschalung, hier errichteten Anwohner Uferbefestigungen an ihren Grundstücksgrenzen zum Flehbach.

Sie fürchten die Verkleinerung der Grundstücksgröße durch den Prozess der Seitenerosion. Dabei spricht man von einer natürlichen Verbreiterung eines ursprünglich schmalen Profils. Durch die Erosion des Böschungsfusses wird der Boden destabilisiert, sodass eine Uferrutschung ausgelöst wird. Je stärker die Strömung ist, desto größer ist die Kraft, welche auf die Ufer wirkt und ergo die potentielle Seitenerosion. Dabei spielt die Dauer der Strömungsbelastung nach langen Niederschlagsperioden eine entscheidende Rolle. Einbauten der Bewohner entlang des Ufers sollen Uferrutschungen verhindern. Diese Installationen benötigen eine Genehmigung des Umweltamtes, da Eingriffe in den Gewässerrandstreifen dessen Funktion einschränken. Das Einsetzen von Brettern bzw. Steinplatten von den Anwohnern an den Ufern ist ein anthropogener Eingriff in das Fließverhalten des Flehbaches. Die Ausbildung von kurvenschlagenden Mäandern wird unterbunden und eine Verbreiterung durch erwähnte Seitenerosion des Flussbettes wird verhindert. Im kleinen Maßstab betrachtet, hat das private Einwirken auf das Wasserlauf die Folgen einer Erhöhung der Fließgeschwindigkeit. Mit steigender Geschwindigkeit geht eine Flussbettvertiefung ein. In diesem Abschnitt entwickelt sich der Flehbach ohne ein städtische Regulation zu einem Fließgewässerkanal.

Der aktuelle Zustand des Gewässerabschnitte ist im Vergleich zu anderen Standorten signifikant schlechter. Zur Beurteilung von Qualität wurde ein System zur Einstufung von Gewässerstrukturklassen entwickelt. Dabei werden Noten für Abschnitte von Gewässerläufe vergeben. 

Die folgende Aufgabe ist die Bewertung der Gewässerstruktur und Gewässerumfeld von Flachlandbächen in einem 100 m langen repräsentativen Gewässerabschnitt. 

(Alternativ aufrufbar unter: https://enketo.ona.io/x/#YNRT)